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Mittwoch, 12. November 2014

KunstZeit Künstlerportrait#19 Pötter-Skulpturen

Mechthild und Wolfgang Pötter




Wir treten in einen offenen Dialog mit dem Material, seine Formen und Strukturen sprechen mit uns und fordern uns auf, die Signale heraus zu arbeiten und sichtbar zu machen.
Dieser Dialog beginnt schon beim ersten Anblick. Bereits beim Aussuchen des Steins im Steinbruch, des Holzes – frisch gesägt oder bizarr verwittert -  erkennen wir Strukturen und Formen, sehen wir quasi eine fertige Skulptur. Während der Bearbeitung können sich jedoch durchaus neue Formen ergeben, die zu einem völlig anderen Ergebnis führen.
Denn das Material hat seine eigene Sprache, sträubt und widersetzt sich. Dieser Dialog, dieser Entstehungsprozess bleibt ergebnisoffen und dynamisch bis zum letzten Schlag. Umwege sind dabei nicht selten und durchaus gewollt.

Die Verbindung unser beider Ideen und Materialien in gemeinsamen Objekten sehen wir als spannende und viel  versprechende Herausforderung.

wie habt ihr angefangen? 

Jetzt, im gemeinsamen Ruhestand, leben wir unseren Traum.
Kunstinteressiert waren wir schon immer, Kunstausstellungen waren unsere Lieblingsaufenthaltsorte.
Kreativ waren wir auch, Beruf, Haus und Garten und die Erziehung unserer Kinder waren abwechslungsreiche und anspruchsvolle Betätigungsfelder.
Dabei ergab es sich zwangsläufig,  manchmal auch eher zufällig, dass wir zur Verwirklichung unserer Ziele und Vorstellungen mit zahlreichen Materialien und Werkzeugen in Berührung kamen. Vielfältige Erfahrungen und Experimente führten zum Ziel, manchmal erst über unterschiedliche Stationen.
Da war es nur eine Frage der Zeit, wann es gelingen könnte, Kunst und eigene Kreativität zusammen zu führen und die eigenen Fähigkeiten zur Schaffung eigener Kunstwerke zu nutzen. Es fehlte über Jahre nur die Zeit, die eigenen Vorstellungen in dem gewünschten Umfang in die Tat umsetzen zu können.
Der Ruhestand war dann die großartige Gelegenheit für uns, die gewonnene Zeit für die künstlerische Auseinandersetzung mit Form und Material zu nutzen und unsere Erfahrungen und Vorstellungen mit in die Waagschale zu werfen.
wo nehmt ihr die Inspiration her?
In jedem Stein, in jedem Stück Holz sehen wir Formen und Figuren. Der Besuch unterschiedlichster Kunstausstellungen und die Faszination, die dabei von unzähligen Kunstwerken namhafter wie wenig bekannter Künstler ausging, haben unsere Vorstellungen beeinflusst und sind zu einem schier unerschöpflichen Fundus geworden.

was war euer glücklichster Kunst-Moment?

Jedes Mal, wenn wir wieder eine Skulptur beendet und sie für fertig erklärt haben, ist das für uns ein glücklicher Kunst-Moment.

was war die schrägste Erfahrung in eurem Künstlerleben?
Die schrägste Erfahrung haben wir mit rotem Pfälzer Sandstein gemacht, den wir selbst aus einem Steinbruch geholt haben. So viele Steine boten sich an, dass unser PKW überladen war und die verstellte Spur einen Reifen ruinierte.
Beim Bearbeiten eines dieser Steine brach gleich dreimal die Nase weg, es ergab sich eine völlig andere Skulptur als geplant.
Ausgerechnet diese Skulptur wurde dann auch noch von einem Fensterputzer umgeworfen und stark beschädigt.
Nun wartet sie darauf, wieder in eine ansehnliche Form gebracht zu werden.

was würdest ihr Künstlerkollegen als Tipp mit auf den Weg geben?
Wir können nur jedem, der kreativ ist und sich künstlerisch betätigt, raten, seine Ideen zu verwirklichen und dabei sich selbst treu zu bleiben, sich nicht verbiegen zu lassen und die eigenen Vorstellungen nicht über Bord zu werfen.

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